Ein Erfahrungsbericht 2009:
Wie jedes Jahr gab es auch im laufenden Schuljahr 2008/2009 einen
Austausch des Schickhardt-Gymnasiums mit dem Kulla Gymnasiet.
Jährlich bietet unsere Schule einen zehntägigen Austausch mit dem Kulla
Gymnasiet in Höganäs, Schweden, für die Stufe 10 an. Von deutscher Seite
aus gab es natürlich viele Interessenten und somit bestand die Gruppe
insgesamt aus 5 Schülern, 17 Schülerinnen und 2 Lehrerinnen, Frau Wulz
und Frau Zimmermann.
Alle waren schon sehr aufgeregt, denn es sollte auch schon im Oktober
2008 losgehen. Zuerst bekamen Herrenberg und umliegende Dörfer wie
Nebringen, Öschelbronn und Bondorf ihre Gäste zu Gesicht. Bis auf ein
Mädchen waren alle anderen 14 Gäste Jungen! So reichte es nicht, dass
jeder seinen eigenen Austauschschüler bekam. Schließlich teilten sich
fast jede(r) Deutsche(r) einen ”Schweden”.
Die Nervosität stieg, alles musste noch vorbereitet werden, in so kurzer
Zeit. Während einigen Treffen der”deutschen Gruppe” wurde viel
besprochen und geplant, sogar ein wenig Schwedisch gelernt (zumindest
für für die Zeit, die wir in Schweden sind).
Kurz vor ihrer Ankunft wurden noch schnell die letzten Details
besprochen und schon ging’s los:
08.Oktober 2008: Ankunft in Stuttgart gegen etwa 23.00 Uhr. Nach einer
etwa 13 stündigen Fahrt begrüßten wir herzlich unsere Gäste am
Stuttgarter Bahnhof. Alle waren sehr müde und geschafft und schließlich
war es noch schwer das ”Eis zu brechen”, jedoch ging es schon am
Donnerstag, den 09.Okt.2008, los. Wir ließen den Schweden keine Pause,
hatten ständig volles Programm. Zuerst lernten sie Herrenberg kennen mit
all den typischen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Stiftskirche,
dem Glockenmuseum und dem Markplatz. Auch lernten sie den
Oberbürgermeister Thomas Sprißler kennen.
Die folgenden Vormittage verbrachte man zusammen in Gruppen die Zeit in
der Schule. Jede Gruppe erhielt ein Thema, das sie bearbeiten und am
letzten Abend vor Abreise vorstellen mussten. Für die Projekte
(Welthunger, regionale Esskultur, Lebensmittelanalyse,
Lebensmittelkennzeichnung, physisch bedingte Krankheiten und
psychisch-soziale Krankheiten) gab es jeden Tag ein paar Stunden Zeit.
Nachmittags/Abends war es den Familien selbst überlassen, was gemacht
wurde. Am Wochenende war Grillen am Alten Rain angesagt und eine
Stadttour durch Esslingen. Abends gingen alle zusammen noch zum
Canstatter Wasen und hatten dann dort noch ihren Spaß. Probleme in der
Familie gab es so gut wie keine, jeden Tag lief der Plan problemlos und
somit gelang uns auch einen tollen Abschiedsabend mit tollen Vorträgen.
Der Abschied fiel schwer, doch schließlich hatte man im Hinterkopf, dass
man sich so oder so in ein paar Monaten wieder sieht.
28. April, 2009: Reise nach Schweden. Morgens um 5 aufstehen und erst
einmal nach Stuttgart. Alle trafen sich in Herrenberg, um gemeinsam die
Reise nach Höganäs anzugehen. Also fuhren wir erst einmal nach Stuttgart
und von dort aus 5-6 Stunden nach Hamburg. Die Reise war lang, jedoch
beschäftigt man sich entweder mit Karten spielen, Musik hören oder
schlafen. In Hamburg hatten wir kurz Pause und viele sind dann kurz bei
McDonalds oder vergleichbaren Lokalitäten etwas essen gegangen. Und
schon ging‘s dann auch wieder weiter. Abends gegen 21:30 Uhr wurden wir
dann sehr freundlich von unseren Gastfamilien aufgenommen. Alle Familien
wohnten entweder in Höganäs oder in den umliegenden Städten, wie zum
Beispiel Viken, Nyhämsläge usw. Somit war es auch ziemlich praktisch
sich oft nachmittags oder abends zu treffen, zumindest mit 2-5 Familien
zusammen.
Am ersten Tag ging es schon gleich los mit Schule, also wie in
Deutschland mal wieder volles Programm. Sich zu integrieren war zwar
nicht schwer, kleine Sachen waren jedoch noch unbekannt und man musste
sich daran gewöhnen. Diese Erfahrung sollte jeder auch machen. In der
Schule natürlich zuerst ein großer Schock. So groß, schön, toll, viele
PCs, tolle Zimmer, Bibliothek, einfach klasse. „Warum gibt’s des nicht
in Deutschland/Herrenberg?“ Und dazu kommt auch noch länger schlafen.
Die Schüler(innen) in Schweden (Höganäs) haben etwa gegen 9 Uhr Schule,
jedoch gibt es auch Schultage, die erst um 10 oder 11 Uhr beginnen.
Toll sind ebenso die Kurse, die sie in verschiedenen Levels belegen
können. Vormittags in der Schule arbeiteten wie in Deutschland die neu
eingeteilten Gruppen zusammen an ihrem neuen Projekt. Es sollte ebenso
auch beim letzten Abend wieder eine große Vorstellung aller Projekte
geben, mit Büffet. Wir lernten auch zuerst die Stadt Höganäs durch eine
Führung einiger Schüler des Kulla Gymnasiets kennen. Vom Bürgermeister
wurden wir sehr herzlich willkommen geheißen. Er hielt eine kleine
Präsentation über Höganäs und die Zukunft.
Nachmittags verbrachten wir entweder am Strand oder in der Stadt oder
einfach mal mit ausruhen. Ausflüge konnte dann die Familie selbst
gestalten, da das Wochenendeprogramm den Gasteltern überlassen worden
war. Viele verbrachten dieses zusammen mit anderen Gastfamilien, gingen
auf Sightseeing-Tour oder auch zum Angeln. Einen großen Ausflug machten
die komplette Gruppe zusammen; alle hatten sich einen Mittag getroffen
um shoppen zu gehen. Groß, viele Läden und lange Stunden! Die Zeit
verging schnell und somit stand auch schon der letzte Abend vor der Tür.
Alle waren aufgeregt und auch traurig. Alles wurde in der Schulmensa
aufgebaut und so konnte ein toller letzter Abend starten. Die
Präsentationen, die in verschiedener Weise gestaltet wurden, führten
anschließend zu guter Laune und Heiterkeit, bevor es am nächsten Tag
schon wieder nach Deutschland ging.
Nach dem Vortrag war eigentlich noch nichts geplant als „letzter Abend“
zusammen, jedoch entschlossen wir kurzfristig noch zum letzten Mal an
den Strand zu gehen.
Pünktlich ging es auch am nächsten Tag (7. Mai 2009) wieder früh los.
Erneute Verabschiedung und diesmal fiel es auch schwerer, da man nicht
wie davor das Wiedersehen in ein paar Monaten im Hinterkopf hatte.
Schließlich bedankten wir uns herzlich bei unseren Gastgebern und
besonders bei der Stadt, die einige Kosten übernommen hat, indem sie uns
das Mittagsessen und die Busfahrten bezahlten. Solch eine Freundlichkeit
findet man nicht überall! Nach langer Reise und einigen folgenden
„Alltagsnächten“ kamen wir alle wieder in unseren normalen Alltag hinein.
Eine unvergessliche Reise, die man auf jeden Fall weiterempfehlen kann!
Super Bilder, tolle Erinnerungen und einfach nur Spaß!








