Exkursion der Klasse 9d zur Gedenkstätte Vaihingen an der Enz
Wir, die Klasse 9d, haben in den letzten Wochen das Jugendbuch „Nacht über dem Tal. Eine Jugend in Deutschland“ von Wendelgard von Staden gelesen und im Deutschunterricht ausführlich behandelt. In dieser autobiographischen Erzählung wird das Leben während des Zweiten Weltkrieges beschrieben und wir erfuhren hautnah, wie es für Wendelgard von Staden war, die Häftlinge in einem nahegelegenen Konzentrationslager leiden zu sehen. Als Abschluss der Einheit sind wir zu der KZ-Gedenkstätte in Vaihingen an der Enz gefahren.
Am Morgen des 10.11.2011 fuhren wir gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Frau Pichon und Frau Schneider nach Vaihingen an der Enz und wurden an der Gedenkstätte von zwei Mitarbeiterinnen, Frau Isermeyer und Frau Pitsch, begrüßt. Mit Hilfe eines anschaulichen Modells über das ehemalige Konzentrationslager erhielten wir eine interessante Einleitung. Den Hauptteil der Exkursion gestalteten wir mit Referaten an verschiedenen Stationen der Gedenkstätte. Diese führten uns über die ehemalige Dusch- und Entlausungsbaracke, an den KZ-Friedhof bis hin zum ehemaligen Wohnhaus der Autorin. Eine zusätzliche Medieninstallation zeigte Bilder, die den Alltag im Lager noch einmal verdeutlichen sollten. Diese Bilder waren für uns schockierend und haben uns sehr zum Nachdenken angeregt.
Den Höhepunkt der Exkursion stellte dann das Treffen mit der Autorin Wendelgard von Staden dar. Dazu fanden wir uns in der Realschule in Kleinglattbach, dem ehemaligen Wohnort der Autorin, ein. Wie erstaunt waren wir, als eine gut aussehende, ältere Dame das Klassenzimmer betrat, die den Wunsch hatte, während des zweistündigen Gespräches zu stehen und das obwohl sie schon weit über achtzig ist! In dem Gespräch hatten wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die uns während der Arbeit mit Buch beschäftigt haben. Diese beantwortete Frau von Staden sehr ausführlich. Es schien, als würde es ihr nichts ausmachen, über die Vergangenheit zu sprechen. Sie erzählte uns von den persönlichen Kontakten, die sie heute noch zu den ehemaligen Häftlingen hat.
Es war sehr aufregend, mit einer Zeitzeugin vom damals zu sprechen. Sie war offen zu uns und wir hatten das Gefühl, dass sie sehr gern anderen, insbesondere uns Schülerinnen und Schülern, von dieser Zeit berichten möchte und ewig weitererzählen könnte.
Wir kehrten nach einem langen Tag mit vielen Eindrücken und in der Hoffnung, dass solche Ereignisse nie mehr geschehen dürfen, die Heimreise an.








